150518 Lorsch live und zur besten Sendezeit Hans Jürgen Brunnengräber

18.05.2015 - Darmstädter Echo: Lorsch live und zur besten Sendezeit

Ein Artikel des Starkenburger Echos vom 18.05.2015.
 
Peter Dorn und Reinhard Diehl waren die Talkmaster. Mit ihren Fragen und den Antworten der Gäste lieferten sie den Zuhörern im Paul-Schnitzer-Saal in Lorsch Einblicke in Themen und Sachgebiete, die normalerweise, die normalerweise verschlossen sind. „Lorsch hautnah“ wurde zum Abendprogramm des Heimat- und Kulturvereins.
 
LORSCH. Am Ende der „Sendung“ gab es im Paul-Schnitzer-Saal Applaus der 200 Gäste. Der Versprecher von Peter Dorn war vielsagend: Eine Fernsehsendung war die Gesprächsrunde „Lorscher hautnah“ des Heimat- und Kulturvereins zwar nicht, aber das Frage- und Antwortspiel der beiden Moderatoren Peter Dorn und Reinhard Diehl mit Bürgern konnte und wollte seine Vorbilder nicht leugnen.
Dass der 86 Jahre alte Peter Dorn von einem begeisterten Zuhörer zum lokalen „Frank Elsner“ ausgerufen wurde, mag geschmeichelt wirken, zeigte jedoch, dass Dorn mit seiner Idee, Geschichten über Lorsch und die Lorscher im Talk-Show-Ambiente zu erzählen, den Nerv des Publikums getroffen hatte.
„Was macht eine Stadt liebenswert? Ihre Bürger“. Bei den Menschen wolle das Format ansetzen. Lorsch sei eine Geschichten-Stadt, sagte Dorn zur Einleitung. Spitzbübisch freute er sich, seinen Gästen „Heut’ Abend“ keine Politiker, keine Sportler, keine Weltreisenden und keine Fragen zum Kloster zu präsentieren. Diese Ankündigung machten Dorn und Diehl wahr. Zwei Stunden Plaudereien mit acht Gästen folgten, mal personenzentriert, mal themenbezogen.
Hans Ludwig, „Ur-Lorscher“, Naturschützer und Schulkollege Dorns berichtete aus seiner Jugend, einer Zeit ohne Handy und Computer. Ludwig hat seine Erinnerungen zu Papier gebracht. „Ein einzigartiges Dokument“, schwärmte Moderator Dorn und lieferte die Quintessenz von Buch und Interview mit: „Liebe Eltern von heute, gebt Euren Kindern mehr Freiheit! Das ist unsere Botschaft.“
Kompakter als das 30-Minuten Auftakt-Interview verliefen die weiteren Gesprächsrunden. Jürgen Heinz, deutschlandweit agierender Metall-Künstler, sprach von der Faszination, den Werkstoff Stahl in seinen Skulpturen lebendig zu machen. Heinz, der in Darmstadt lebt, aber nach wie vor in seinem Lorscher Atelier arbeitet, räumte mit einem Missverständnis auf. Sein im Volksmund „Mönchskreisel“ genanntes Werk am Starkenburg-Ring solle gar keine Mönche darstellen. Kommunikation laute der Titel und die habe sie wohl auch ausgelöst, stellte Heinz fest.
Mit Lufthansapilot Oliver Lannert plauderte Diehl über die Auswirkungen des Jet-Lack, Lockangebote von Billig-Fliegern und den Traumberuf als Flugkapitän. Er habe es sich lange überlegt, Oliver Lannert zum Thema „German-Wings-Absturz“ zu befragen, dann aber davon abgesehen, weil man provozierende Fragen und Negatives in der Gesprächsrunde vermeiden wolle, räumte Interviewer Diehl nach der Premiere der Lorscher Talk-Runde ein. So mussten die Zuhörer auf „hautnahe Antworten“ des souverän und sympathisch auftretenden Flugkapitäns zu einem ebenso aktuellen wie für das Selbstverständnis der deutschen Luftfahrt wichtigen Thema verzichten.
Wie der Schnaps in die Schoko-Bohne kommt
Mit Sonja Helmling und Johanna Heiligenthal stellten sich Meisterinnen des Confiserie-Handwerks vor. Sie gaben nicht nur Auskunft, wie der Schnaps in die Schoko-Bohnen kommt, sondern räumten bei der „Hand-aufs-Herz-Frage“ ein, dass auch sie ihre Kreationen gerne einmal selbst verkosten.
Dass Mamas Küche kaum zu übertreffen ist, sagt der Lorscher Ayurveda-Koch und Autor Volker Mehl nicht nur in seinen Kochbüchern. Mehl, zwischenzeitlich Ernährungsberater an der Berliner Charité und Eigentümer eines Kochstudios in Wuppertal, verriet neben den Grundzügen ayurvedischen Kochens auch eine seiner Lieblingsspeisen: „Als bekennender Suppenkasper esse ich gerne eine Karottensuppe mit Ingwer und dazu ein Stück Quetschekuche von Muttern.“
Musikpädagogin Petra Weis verriet, dass die Freude am Spiel wichtige Grundvoraussetzung für den Erfolg musikalischer Erziehung ist. Dass die Arbeit der Musikpädagogin Früchte trägt, zeigten ihre Schülerinnen, die für die Musikbegleitung zwischen den Gesprächsrunden sorgten.
Zum Abschluss der „Sofa-Runde“ gab der Heimat-und Kulturverein Manfred H. Krämer, Regional-Krimi-Autor aus Lampertheim ein Forum für die Lesung aus seinem in Lorsch spielenden Krimi „Mords-Quilt“.
 
Text: Starkenburger Echo
Bild: Hans Jürgen Brunnengräber

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