TF–02

Die Privilegien des Erzbischofs Johann II. (von Nassau) vom 24. Juli 1404 in den neun Städten legen nahe, dass es keine weiteren dauerhaften Wohnplätze von Juden im Mainzer Obererzstift gab. Am 12. Oktober 1456 waren die von Johann II. getroffenen Regelungen immer noch in Kraft. Der neue Erzbischof Dietrich von Mainz (Schenk von Erbach) bestätigt den Juden seines Amtsbezirks neuerlich ihre Rechte.
Das Oberamt Starkenburg wurde 1461 im Zuge der Mainzer Stiftsfehde an die Pfalz verpfändet. Juden hatten in der Pfalz seit 1390 kein Bleiberecht mehr. Nach reichsweiten Austreibungen aus den Städten, im Jahre 1473 gar aus Mainz, war das urbane Judentum Ende des 15. Jh. auf eine heute kaum mehr nachweisbare Größe geschrumpft. Allein in Frankfurt, Worms, Prag und Wien existierten noch nennenswerte Gemeinden. Die Juden überlebten — wenn sie nicht nach Osteuropa gezogen waren — in kleinen Herrschaften, in denen sie in der Lage waren, sich zu Landjudenschaften zu organisieren. In das Oberamt Starkenburg kehrten sie erst nach Aufhebung der Pfälzer Pfandschaft zurück — mitten im Dreißigjährigen Krieg.