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Bildervortrag von Thilo Figaj: Das karolingische Oratorium in Germigny-des-Pres und sein Mosaik

18. September @ 18:00 - 19:00
Bild; Thilo Figaj

Freitag, den 18.09.2026
um 18:00 Uhr
im Paul-Schnitzer-Saal

Bildervortrag von Thilo Figaj 

Das karolingische Oratorium in Germigny-des-Pres und sein Mosaik

Die kleine Kirche, etwa 30 km von Orléans entfernt und an der Loire gelegen, ist in den letzten Jahren wieder verstärkt in den Fokus der Mittelalterforschung gelangt. Ihre Ursprünge gehen zurück auf das frühe 9. Jahrhundert. Sie war zunächst das private Oratorium des damaligen Bischofs von Orléans und Abt der benachbarten Abtei Fleury, Theodulf von Orléans (760 – 821). Er war Mitglied der Hofkapelle Karls des Großen und zusammen mit Alkuin einer seiner wichtigsten Berater. Ihm werden heute wichtige Werke der frühen karolingischen Zeit zugeschrieben, neben eigenen Bibelübersetzungen vor allem das „Opus Caroli Regis contra Synodum“, das er im Auftrag Karls als Erwiderung im Byzantinischen Bilderstreit entwarf, der in Folge des Zweiten Konzils von Nicäa 787 entflammt war. In einen Zusammenhang mit diesem Bilderstreit wird heute von Forschern das Bildmotiv eines Mosaiks in der Ostapsis seines Oratoriums gestellt. Dieses einzigartige Mosaik und seine Darstellungen wurden erst im frühen 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Kinder hatten bunte, silberne und goldene Glassteinchen in der vom Verfall bedrohten Kirche gefunden. Archäologen fanden nach und nach heraus, dass sich unter dem alten Verputz ein Schatz verbarg, der nördlich der Alpen einmalig ist. Vergleichbare Ausführungen sind höchstens in Rom, Ravenna oder Konstantinopel zu sehen.

Theodulf von Orléans war bei der Kaiserkrönung Karls in Rom anwesend und erhielt bei dieser Gelegenheit vom Papst ein persönliches Pallium, obwohl er weder Erzbischof noch Metropolit war. Er hatte auch eigene Bezüge zu Lorsch, das er mindestens einmal besuchte. Schriften von ihm zählten zum Bestand der hiesigen Abtei. Der Schwerpunkt des Vortrages ist allerdings seine Kapelle in Germigny-des-Pres, und darin vor allem das Apsismosaik, das kunsthistorisch eine absolute Ausnahme darstellt.

Details

  • Datum: 18. September
  • Zeit:
    18:00 - 19:00